TOP Ö 12: Eintragung eines Denkmals in die Denkmalliste der Stadt Wassenberg gemäß § 3 Abs. 2 Denkmalschutzgesetz NW; hier: Priestergrab auf dem Grundstück Wassenberg, Flur 2, Flurstück 77 in die Liste der Baudenkmäler

Beschluss: einstimmig beschlossen

Der Rat nimmt die Beschlussvorlage vom 22.10.2015 mit Folgendem Inhalt zur Kenntnis:

 

Sachverhalt:

Die Eintragung des Priestergrabes auf dem Waldfriedhof Bergstraße in Wassenberg war bereits Beratungsgegenstand in der Sitzung am 28.11.2013. Eine Eintragung wurde damals abgelehnt, da im Vorfeld die Sicherstellung einer dauerhaften Pflege des Grabes zu regeln sei und das Priestergrab eher den „Christlichen Kleindenkmälern“ zuzuordnen ist.

 

Mit Schreiben vom 09.02.2015 (Anlage 1) beantragt der Förderverein für die Katholische Kirchengemeinde „St. Mariä Himmelfahrt“ Wassenberg – Oberstadt e.V. das Priestergrab nun in die Liste der „Christlichen Kleindenkmäler“ einzutragen. Eine Übernahme sämtlicher Unterhaltungsmaßnamen bzw. Kosten wird zugesichert.

Nach Rücksprache mit dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland wurde nochmals der Denkmalwert zweifelsfrei bestätigt und eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt befürwortet. Des Weiteren wurde bei einem Ortstermin die Frage der Liste der „Christlichen Kleindenkmäler“ ausführlich erörtert. Diese Liste stellt eine Sonderlösung in Wassenberg dar und die in dieser Liste aufgeführten Objekte haben keine denkmalrechtlichen Auswirkungen. Aus diesem Grund kommt für das Priestergrab nur eine Eintragung in die Denkmalliste der Stadt Wassenberg in Frage.

 

Beschreibung Priestergrab:

Breit gelagerte, wandartige Stele, mehrfach gestuft, dunkler Kunststein (?), dat. 1920er Jahre (?), ältestes Sterbedatum 24.11.1920 (Pfarrer Otto Jansen). In der Mitte Relief mit dem gefallenen kreuztragenden Christus und darüber kleinen betenden Engeln, darunter Inschrift „HIER ERWARTET EURE / PRIESTER / IHRE AUFERSTEHUNG“.

Grablage von sieben Pfarrern von St. Georg und St. Mariä Himmelfahrt (Oberstadt) in Wassenberg, darunter Ludwig Hecker, erster Pfarrer der nach dem Zweiten Weltkrieg neu entstandenen Pfarre St. Mariä Himmelfahrt, und Paul Spülbeck, maßgeblich am bedeutenden Wiederaufbau der Pfarrkirche St. Georg beteiligt.

 

Bedeutend für Wassenberg als zentraler Historischer Bestandteil des Waldfriedhofs und Veranschaulichung der Pfarrgeschichte. Die hier begrabenen und erinnerten Personen repräsentieren ein wichtiges Stück Ortsgeschichte. Die Erhaltung des Grabmals liegt daher aus wissenschaftlichen, hier ortsgeschichtlichen Gründen im öffentlichen Interesse.


Beschluss:          (einstimmig)

 


Das Priestergrab auf dem Grundstück Gemarkung Wassenberg, Flur 2, Flurstück 1175, Waldfriedhof Bergstraße wird unter Denkmalschutz gestellt und unter der Nummer 77 in die Liste der Baudenkmäler der Stadt Wassenberg eingetragen.